Von der Agora schweift der Blick immer wieder zur Akropolis, die sich ständig aus neuen Perspektiven präsentiert.
Die Agora wird überragt vom ca. 450 v. Chr. errichteten Tempel des Hephaistos, dem Gott des Feuers und der Schmiede. Den gut erhaltenen Zustand hat der Tempel der Tatsache zu verdanken, dass er über viele Jahrhunderte als christliche Kirche diente und daher nicht als Steinbruch missbraucht wurde. Der Tempel ist weitestgehend unbeschädigt.
Die Agora bildete den Mittelpunkt der Stadt und diente der Gerichtsbarkeit und dem Handel. Sie war von allen Seiten mit Stoas umgeben, die im Wesentlichen Läden beherbergten. Die von Attalos, dem Herrscher über Pergamon, gestiftete Stoa wurde wieder aufgebaut und wird heute als Museum genutzt.
Beim Aufstieg zur Akropolis hat man einen herrlichen Blick auf das Odeon des Herodes Atticus. Es ist im römischen Baustil im 2. Jhd. n. Chr. erbaut worden und dient noch heute regelmäßig als Austragungsort für Konzerte und Theateraufführungen. Gleich daneben befindet sich das Dionysostheater, das wichtigste Theater des antiken Athens. Es gilt als Geburtsstätte des Dramas in der Antike, dahinter ist das neu erbaute Akropolismuseum zu sehen.
Bevor man die eigentliche Plattform der Akropolis betritt, muss man die Propyläen passieren, einen von Säulen getragenen Eingangsbereich, der aber wegen des Ausbruchs der Peloponnesischen Kriege nie vollendet wurde. Erst dahinter eröffnet sich der Blick auf das Parthenon, den Tempel der Stadtgöttin Pallas Athena. Er wurde aus Dank für den Sieg nach dem letzten Perserkrieg vor fast 2500 Jahren errichtet. Vermutlich wurde er auch als Schatzhaus verwendet.
In einer aufwendigen Restaurierungsaktion versucht man die Reste der Akropolis zu erhalten, nachdem sie durch die Explosion eines Munitionsdepots der Osmanen, die aggressive Luft der Großstadt und die Sammelwut von Touristen als auch Archäologen schon sehr gelitten hat. Dabei sammelt man wichtige Erkenntnisse, wie es den Griechen möglich war ein so perfektes Architektur- und bildhauerisches Denkmal in der kurzen Zeit von acht Jahren zu errichten.
Nicht nur die Proportionen wurden perfekt gewählt, meist im Verhältnis 4:9, sondern man hat auch optische Verzerrungen mit berücksichtigt. Sowohl die Seiten- und Höhenlinien, als auch die Säulen weisen einen so großen Radius auf, dass er selbst heute Steinmetzen Schwierigkeiten bereitet. Die Säulen verjüngen sich nach oben mit einem Radius von 1,5 km.
Östlich der Akropolis ist das Olympeion – der Tempel des Zeus, einer der größten Tempel Griechenlands – zu sehen. Dahinter das Panathinaikon-Stadion. Es wurde auf den Fundamenten des antiken Stadions erbaut.
Vom Syntagmaplatz mit dem Parlamentsgebäude schweift der Blick über die Dächer der Plaka, der Athener Altstadt, der Agora, dem römischen Marktplatz bis zum Areopag, einem 115 m hohen Hügel auf dem in der Antike der oberste Rat der Stadt tagte.
Neben dem Parthenon befindet sich auf dem Plateau der Akropolis der dreimal wieder aufgebaute Niketempel der ebenfalls von den Osmanen als Pulvermagazin verwendet wurde und wegen seiner Reliefs und Friese berühmt ist.